Plittersdorfer Kanu-Freunde

Kanu, Kajak und Stand-Up-Paddel Erlebnisse



Autor: Kathrin

  • Historischer Tiefstand

    Historischer Tiefstand

    Unser Revier im Ausnahmezustand

    Training bei historischem Tiefstand

    Wer in diesen Tagen an unserer Bootstreppe am Rheinufer auf unseren Heimatfluss blickt, traut seinen Augen kaum. Der Rhein hat sich extrem weit zurückgezogen. Die anhaltende Trockenheit schlägt sich auch ganz konkret in den offiziellen Zahlen nieder: Laut den aktuellen Daten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) bewegt sich der Bonner Pegel derzeit auf einem historischen Tiefstand von gerade einmal rund 60 bis 68 Zentimetern.  

    Wenn die Bootshaustreppe im Nichts endet

    Das markanteste Zeichen der Trockenheit zeigt sich direkt an unserem Zugang zum Wasser: Unsere Treppe ist ungewohnt lang geworden – und die Stufen sind bereits komplett zu Ende. Wo sonst das Wasser schwappt, klafft jetzt eine Lücke.

    Das hat spürbare Folgen für den Ablauf vor und nach dem Paddeln:

    • Einstieg nur mit nassen Füßen: Ein trockener Einstieg von der Treppe aus ist aktuell unmöglich. Wer ins Boot will, muss sich auf eine Abkühlung einstellen und unweigerlich ins seichte Wasser waten.
    • Buhnen ragen ungewöhnlich hoch auf: Die Buhnen, die sonst teilweise überspült oder nur knapp sichtbar sind, ragen im Moment wie massive Steinwälle meterhoch aus dem Fluss. 

    Paradoxe Vorteile: Ideale Bedingungen für Einsteiger

    So mühsam der Weg hinein in den Fluss aktuell auch sein mag – sobald man im Boot sitzt, zeigt das Niedrigwasser eine überraschend positive Seite. Die Bedingungen sind derzeit paradoxerweise ideal für Einsteiger geeignet.

    • Kaum Strömung: Da dem Rhein massiv Wasser fehlt, ist die Fließgeschwindigkeit abseits der Fahrrinne enorm zurückgegangen. Das Wasser ist ungewohnt ruhig, was Anfängern maximale Kontrolle über das Boot gibt.
    • Deutlich weniger Schiffsverkehr: Aufgrund der extremen Flachstellen können viele große Frachtschiffe den Mittelrhein gar nicht mehr oder nur noch mit minimaler Ladung befahren. Die Schifffahrt hat spürbar abgenommen, und die wenigen verbleibenden Schiffe konzentrieren sich strikt auf die schmale Fahrrinne in der Flussmitte.